Starke Marktposition für deutsche Reinigungsmaschinen

Messe Berlin GmbH

Der Auftragseingang der deutschen Reinigungsmaschinenindustrie hat sich seit 2013 auch unter Berücksichtigung zunehmender Marktunsicherheiten recht stabil seitwärts entwickelt.

  • Über 70 Prozent Exportanteil und 20 Prozent Weltmarktanteil der deutschen Hersteller
  • Umsatz 2018 bei 940 Millionen Euro, 2019 schrumpfend
  • Leitmesse CMS als Bühne für Innovationen

"Die in der Reinigungsmaschinenindustrie üblichen ziemlich kurzen Durchlaufzeiten und Auftragsbestände von wenigen Wochen erfordern dabei ein sensibles Reagieren auf alle marktbeeinflussenden Faktoren. 2018 lag der Umsatz der Branche in Deutschland um rund 1 Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus bei rund 940 Millionen Euro", sagt Markus Asch, Vorsitzender des Fachverbandes Reinigungssysteme im VDMA, vor der anstehenden Fachmesse CMS in Berlin. „Seit Ende 2018 sind die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten im Markt angekommen. “Im ersten Halbjahr 2019 gingen die Umsätze der Branche um nominal 3 Prozent zurück.
Die rund 50 Anbieter von Reinigungssystemen für den gewerblichen und industriellen Einsatz beschäftigen in Deutschland rund 5.400 Mitarbeiter. Der Exportanteil der deutschen Hersteller beläuft sich auf rund 71 Prozent. Der Weltmarktanteil der deutschen Anbieter erreichte 2018 knapp 20 Prozent; der Marktanteil in Europa etwa 50 Prozent.

Aufkommende Unsicherheiten durch Handelskonflikte und Brexit
Das Jahr 2019 startete im ersten Quartal im Inlandsgeschäft stabil, blieb aber unter den Ergebnissen des guten ersten Quartals im Vorjahr. Turbulent blieb dagegen das Auslandsgeschäft.
Dort spürte die Branche verstärkt den Attentismus der Kunden etwa wegen des Handelskonfliktes zwischen den USA und China, aber auch wegen des nach wie vor kritischen Kurses der Briten und der EU in Sachen Brexit. Besonders die Währungsschwankungen gegenüber wichtigen Absatzmärkten machten Sorgen. Diese verminderten die preisliche Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie, beziehungsweise schmälerten die Margen erheblich.
Die Einschätzung für den US-Markt stellt nicht nur die Reinigungsmaschinenindustrie unverändert vor Rätsel. „Aber immerhin haben sich nicht alle Ängste, die wir an dieser Stelle vor zwei Jahren äußerten, als berechtigt erwiesen. Die Politik der USA ist seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten dennoch sprunghaft und unkalkulierbar“, sagte Asch. Handelskonflikte und neue Zollschranken sind Gift für die Weltwirtschaft und das macht sich klar an den zurückgeschraubten Prognosen für die Entwicklung der Bruttosozialprodukte in wichtigen Märkten bemerkbar.

Attraktive Märkte in China und Indien
Das Wirtschaftswachstum in China ist derzeit so schwach wie zuletzt vor 30 Jahren. Schwierig sieht es für die chinesischen Kollegen insbesondere mit dem Export aus. „Die Unsicherheiten haben bereits erhebliche Bremsspuren in der chinesischen Wirtschaft hinterlassen und schaden somit auch unserer Industrie. Das große neue Seidenstraßenprojekt beobachten wir nach wie vor mit großem Interesse. Offenbar orientiert sich die Volksrepublik zunehmend wieder in Richtung Europa und will hier insbesondere auch als Zulieferer punkten,“, erläutert Asch. In den Unternehmen sorgt auch das chinesische Social Scoring System für Kopfzerbrechen. Dies wird offenbar auf Unternehmen ausgeweitet. Die Folgen sind noch nicht konkret abschätzbar.
In Indien dagegen sind die Steigerungsraten im Maschinengeschäft noch beachtlich, wenngleich das Wirtschaftswachstum an Fahrt verloren hat. Das Gesamtvolumen ist ohnehin immer noch zu gering, um damit negative Tendenzen in anderen wichtigen Märkten kompensieren zu können.
Zuletzt bereitet die politische Schieflage in der Europäischen Union Sorgen. Die Akzeptanz gemeinsamer europäischer Werte und der Nutzen eines starken Europas für alle Länder ist entscheidend für unseren Wohlstand.

Optimierung durch Technologie im Fokus
Neben der konjunkturellen Lage stehen für die Reinigungsmaschinenhersteller die Themen Digitalisierung und europäische Technikpolitik im Fokus:
 „Digitalisierung, Automatisierung und Robotik werden in der Öffentlichkeit zumeist sehr kontrovers diskutiert. Sicher ist, dass auf absehbare Zeit für viele Reinigungsaufgaben der Mensch unersetzbar bleibt.
Die Reinigung eines Büros oder eines Hotelzimmers kann durch Technologie jedoch sicherlich unterstützt werden. Die Reinigungskraft selbst ist dabei aber nicht wegzudenken. Daher sehen wir es als unsere Hauptaufgabe, Menschen in der Reinigung die Arbeit zu erleichtern, die Ergonomie zu verbessern und die Reinigungskräfte produktiver zu machen“, betonte Asch. „Diese Verbesserung von Reinigungsprozessen führt nicht nur zur Reduktion von Kosten sondern auch zur Verbesserung der Qualität. Nur in wenigen Fällen, etwa bei großen Flächen, lassen sich ganze Reinigungsprozesse schon heute wirtschaftlich vollständig automatisieren.“ Der Nutzen der Digitalisierung liegt in der Anwendung unterschiedlicher heute teilweise schon vorhandener Nutzer- und Gebäudedaten, die sich die Facility Manager und die Reinigungsunternehmen zur Effizienzsteigerung zu Nutze machen müssen. Es gilt, neue Produkte, insbesondere aber auch marktfähige Dienstleistungen zu gestalten, um den Reinigungsservice abzurunden und dem Kunden klare Mehrwerte zu bieten.

Wachsende Messe CMS
„Die CMS ist die Innovationsschau der Branche in 2019. Technologische Neuheiten sind zugleich der Magnet der Leitmesse CMS, die dieses Jahr mit Nutzung einer gesamten weiteren Halle deutlich gewachsen ist:
“Die Rahmenbedingungen für die CMS 2019 sind vielversprechend, da viel Neues präsentiert wird. Diese Innovationen brauchen wir, denn es geht gerade in unsicheren Zeiten darum, leistungsfähiger, wettbewerbsfähiger und effizienter zu werden", betonte Asch.

"Die Maschinenhersteller sind stolz zahlreiche neue Produkte, aber auch darauf, bewährte Technik auf der CMS präsentieren zu können. Wir freuen uns auf die CMS 2019, auf viele interessante Gespräche, auf die zahlreichen Messebesucher und Interessenten und auf neue Kontakte und noch einmal mehr Internationalität", resümierte der VDMA Fachverbandsvorsitzende.

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